Bundesweites Lagebild antimuslimischer Rassismus 2025 veröffentlicht

Bundesweites Lagebild antimuslimischer Rassismus 2025 veröffentlicht

24. Juni 2026

Wie häufig erleben Menschen in Deutschland antimuslimischen Rassismus? Wo finden die Vorfälle statt? Welche Folgen haben sie für die Betroffenen und was braucht es, um ihnen wirksam zu begegnen? 

© CLAIM gGmbH

Mit dem bundesweiten zivilgesellschaftlichen Lagebild antimuslimischer Rassismus 2025 legt CLAIM erstmals eine bundesweite Auswertung dokumentierter antimuslimischer Vorfälle aus dem Berichtsjahr 2025 vor. Insgesamt wurden 4.069 antimuslimische Vorfälle erfasst – rechnerisch mehr als elf Vorfälle pro Tag. 

Antimuslimischer Rassismus zeigt sich dabei nicht nur in Form schwerer Gewalttaten. Für viele Menschen gehört er zum Alltag: Menschen werden beleidigt, diskriminiert, bedroht oder ausgegrenzt – auf der Straße, in Bildungseinrichtungen, am Arbeitsplatz, bei der Wohnungssuche, im Kontakt mit Behörden oder online. Betroffen sind Menschen, weil sie muslimisch sind oder weil andere sie dafür halten. 

Das Lagebild macht deutlich: Antimuslimischer Rassismus ist kein Randphänomen. Er beeinträchtigt gesellschaftliche Teilhabe, kann das Vertrauen in Institutionen erschüttern und wirkt sich auf das Sicherheits- und Zugehörigkeitsgefühl vieler Menschen aus. Gleichzeitig ist von einem erheblichen Dunkelfeld auszugehen, da viele Betroffene Vorfälle nicht melden oder die Erfahrung machen, dass ihre Erlebnisse relativiert oder nicht ernst genommen werden. 

Grundlage des Lagebilds sind Meldungen zahlreicher Beratungs- und Meldestellen, communitybasierter Initiativen, Fallmeldungen von Betroffenen sowie ein bundesweites zivilgesellschaftliches Monitoring. Neben der Dokumentation und Einordnung von Vorfällen enthält die Publikation konkrete Handlungsempfehlungen für Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft, um Betroffene besser zu schützen und antimuslimischem Rassismus wirksamer entgegenzutreten. 

Die Veröffentlichung des Lagebilds erfolgt im Rahmen der bundesweiten Aktionswochen gegen antimuslimischen Rassismus (17. Juni bis 1. Juli 2026), die CLAIM seit 2018 koordiniert. Mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen machen zivilgesellschaftliche Akteur*innen bundesweit auf die Auswirkungen antimuslimischen Rassismus aufmerksam und setzen rund um den 1. Juli, den Tag gegen antimuslimischen Rassismus, ein Zeichen für gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie gegen Hass und Ausgrenzung. Weitere Informationen zu den Aktionswochen finden Sie unter www.allianzgegenhass.de.