975 dokumentierte antimuslimische Vorfälle in Berlin im Jahr 2025

975 dokumentierte antimuslimische Vorfälle in Berlin im Jahr 2025

8. Juni 2026

Die Melde- und Informationsstelle Report! Berlin hat ihre zweite Jahresbilanz antimuslimischer Übergriffe und Diskriminierungen veröffentlicht. Die Zahlen zeigen: Antimuslimischer Rassismus bleibt für viele Menschen in Berlin Teil des Alltags.

Für das Jahr 2025 dokumentierte Report! Berlin insgesamt 975 antimuslimische Vorfälle. Im Vergleich zum Vorjahr (644 Fälle) entspricht das einem Anstieg von 51 Prozent. Damit ereigneten sich in Berlin im Durchschnitt nahezu drei antimuslimische Vorfälle pro Tag.

Mehr als 80 dokumentierte Körperverletzungen

Die Jahresbilanz erfasst Diskriminierungen, Beleidigungen, Bedrohungen, Sachbeschädigungen und körperliche Angriffe. Insgesamt wurden 65 Körperverletzungen dokumentiert, darunter acht gefährliche Körperverletzungen. Erstmals seit Beginn des Monitorings wurden zudem wieder Angriffe auf Moscheen erfasst.

Besonders häufig betroffen sind Frauen. In den Fällen, in denen Angaben zum Geschlecht vorliegen, entfallen 57,5 Prozent der dokumentierten Vorfälle auf Frauen. Die Ergebnisse bestätigen damit erneut die besondere Betroffenheit sichtbar muslimischer Frauen an der Schnittstelle von Rassismus und Sexismus.

Dokumentierte Fälle bilden nur einen Teil der Realität ab

Die Jahresbilanz macht zugleich deutlich, dass von einer erheblichen Dunkelziffer auszugehen ist. Laut einer Studie der EU-Grundrechteagentur (FRA) melden nur 4 Prozent der Betroffenen in Deutschland eine erlebte Diskriminierung.

Die meisten dokumentierten Vorfälle ereigneten sich im öffentlichen Raum, gefolgt vom Bildungsbereich und dem Internet. Die Analyse zeigt zudem, dass antimuslimische Vorfälle häufig im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Debatten über Migration, Sicherheit und Zugehörigkeit stehen.

Handlungsempfehlungen für Berlin

Neben der Analyse dokumentierter Vorfälle enthält die Jahresbilanz konkrete Handlungsempfehlungen. Dazu gehören unter anderem der Ausbau von Monitoring- und Dokumentationsstrukturen, die Verbesserung der staatlichen Erfassung und Strafverfolgung antimuslimischer Hasskriminalität, der Ausbau von Beratungsangeboten sowie die Entwicklung einer Berliner Landesstrategie zur Bekämpfung antimuslimischen Rassismus.