Report! Niedersachsen: 494 antimuslimische Vorfälle dokumentiert

Report! Niedersachsen: 494 antimuslimische Vorfälle dokumentiert

14. Juli 2026

Mit Report! Niedersachsen hat CLAIM in Kooperation mit Schwarze Schafe e.V. eine landesweite Melde- und Dokumentationsstelle zur Erfassung antimuslimischer Vorfälle aufgebaut. Die erste Auswertung  zeigt: Antimuslimischer Rassismus ist auch hier für viele Menschen Teil des Alltags.  

Für das Jahr 2025 wurden in Niedersachsen insgesamt 494 antimuslimische Vorfälle dokumentiert – rechnerisch mehr als ein Fall täglich.

Diskriminierungen, verbale Angriffe, körperliche Gewalt

Mit 248 dokumentierten Fällen stellt Diskriminierung die häufigste Vorfallsart dar – mehr als die Hälfte aller erfassten Vorfälle. Verbale Angriffe, darunter Beleidigungen, Verhetzungen und Bedrohungen, wurden in 192 Fällen dokumentiert.

In der Kategorie verletzendes Verhalten wurden 25 Fälle erfasst: darunter 12 Körperverletzungen, 12 Sachbeschädigungen und ein Tötungsdelikt, das bundesweit mediale Aufmerksamkeit erregte.

Zudem wurden 14 Angriffe auf religiöse Einrichtungen dokumentiert – im Schnitt mehr als ein Angriff pro Monat.

Die meisten Betroffenen sind Frauen 

Antimuslimischer Rassismus tritt in zentralen Lebensbereichen auf, besonders häufig in Bildungseinrichtungen, im öffentlichen Raum und in der Arbeitswelt. Auffällig ist zudem die besondere Betroffenheit muslimischer Frauen: In den Fällen, in denen Angaben zum Geschlecht vorlagen, waren mehr als 70 Prozent der betroffenen Einzelpersonen weiblich gelesen.

Erfasst werden nur Fälle, die tatsächlich gemeldet wurden – Studien zeigen, dass Diskriminierungserfahrungen systematisch untererfasst bleiben. Von einer hohen Dunkelziffer ist deshalb auszugehen.

Vorstellung des Lageberichts

Zur Veröffentlichung des Lageberichts fand am 29.6.2026 eine Auftaktveranstaltung statt: Vertreter*innen aus Sicherheitsbehörden und Verwaltung, Beratungsstellen, Zivilgesellschaft sowie engagierte Einzelpersonen waren gleichermaßen vertreten. Im Mittelpunkt stand die Präsentation der Fallzahlen, ergänzt durch weitere Fachinhalte und einen Comedy-Beitrag. In der zweiten Hälfte lud ein Panelgespräch zur Diskussion ein.

Für die Moderation danken wir Selin Aydin, für das Panelgespräch Baris Safak (Stadt Hildesheim, Stabsstelle Migration und Inklusion sowie Geschäftsführung des Migrationsbeirates) und Newroz Sagir von der Antidiskriminierungs- und Empowermentstelle Amina sowie Schwarze Schafe e.V. für die enge Kooperation beim Aufbau von Report! Niedersachsen.

Zum Download.