In eigener Sache: 5 Fakten zu CLAIM

In eigener Sache: 5 Fakten zu CLAIM

18. August 2026

Aktuell wird unsere Arbeit angegriffen, um CLAIM als gemeinnützige Organisation zu diskreditieren und vom eigentlichen Thema abzulenken: dass antimuslimischer Rassismus in allen gesellschaftlichen Bereichen eine alltägliche Erfahrung für Menschen in Deutschland ist.

Wir haben die wichtigsten Fakten zur Dokumentation und Erfassung von antimuslimischen Vorfällen zusammengestellt. Alle relevanten Informationen zur Datengrundlage und die ausführliche Methodenbeschreibung mit allen Infos zu unseren Kriterien, Standards und der Zählweise findet ihr natürlich auch in unseren Publikationen „Zivilgesellschaftliches Lagebild antimuslimischer Rassismus“ der unterschiedlichen Berichtsjahre.

 1. Fakt: Wir erhellen das Dunkelfeld

Ziel des zivilgesellschaftlichen Monitorings von antimuslimischen Vorfällen ist es, das Dunkelfeld weiter zu erhellen und antimuslimischen Rassismus besser zu verstehen.Unser Anspruch ist es, Daten bereitzustellen, die als Grundlage für den Schutz von Menschen und wirksame Maßnahmen dienen.

 2. Fakt: Unsere Zahlen zeigen Trends auf

Unsere Zahlen zeigen Trends auf, in welcher Form und in welchen Bereichen Menschen antimuslimischen Rassismus erfahren. Repräsentativität ist nicht das Ziel unserer Arbeit. Wir müssen davon ausgehen, dass wir nur die Spitze des Eisbergs abbilden, weil Menschen nicht alle Fälle melden oder Fälle überhaupt nicht als antimuslimisch eingeordnet werden. Die dokumentierten Fälle spiegeln daher immer nur einen Ausschnitt der Realität wider. Sie stellen jedoch eine wichtige Ergänzung zu staatlichen Statistiken und wissenschaftlichen Daten dar. Diese Grenzen des Monitorings benennen wir explizit und transparent. Dass das Monitoring kein vollständiges Bild des tatsächlichen Ausmaßes antimuslimischen Rassismus in Deutschland liefern kann, zeigen auch Studien, die wir immer wieder anführen. Laut einer Studie der EU-Grundrechteagentur (FRA, 2024) melden in Deutschland nur 4 Prozent der Betroffenen eine erlebte Diskriminierung.

 3. Fakt: Wir arbeiten nach einer bundesweit einheitlichen Methodik, transparenten Standards und Kriterien

Unsere Methodik orientiert sich an internationalen Standards, wie der ECRI-Arbeitsdefinition und den OSZE/ODIHR-Indikatoren, ist in das nationale Recht eingebettet. Jeder einzelne Vorfall wird in einem mehrstufigen Verfahren geprüft und verifiziert. Erfasst werden unter anderem physische Gewalt, Bedrohungen, Beleidigungen und Volksverhetzung, Sachbeschädigungen sowie institutionelle Diskriminierung. Unsere bundesweit einheitliche Methodik, einschließlich der zugrunde liegenden Kriterien, wurde in Kooperation mit der Initiative Facing Facts erarbeitet, die umfangreiche Erfahrungen im Rahmen der Dokumentation antisemitischer Vorfälle hat.

 4. Fakt: Durch mehr Meldestellen können mehr Fälle sichtbar werden

Bei mehr Meldestellen werden mehr Fälle sichtbar. Eine höhere Zahl dokumentierter Fälle kann somit auch darauf zurückzuführen sein, dass mehr Vorfälle erfasst und sichtbar gemacht werden. Das zeigt, dass unsere Arbeit mehr Menschen erreicht und Vorfälle sichtbar macht, die zuvor möglicherweise nicht erfasst wurden. Die hohen dokumentierten Zahlen deuten zugleich darauf hin, dass sich die Lage für muslimische Menschen und Menschen, die als muslimisch wahrgenommen werden, nicht verbessert hat. Wir legen unsere Arbeit, unsere Methodik und auch die kooperierenden Meldestellen transparent offen. Zudem legen wir dar, wie Zahlen aus verschiedenen Berichtsjahren zustande kommen und auf welchen Datengrundlagen sie beruhen. Unterschiede in den Datengrundlagen werden ausdrücklich offengelegt und bei der Einordnung der Ergebnisse berücksichtigt.

 5. Fakt: Unser Monitoring schafft Grundlagen für Schutz und Maßnahmen

Wir sind die einzige Stelle, die antimuslimische Vorfälle bundesweit erfasst und sichtbar macht. Wir dokumentieren Fälle, die häufig in keiner anderen Statistik vorkommen. Unsere Arbeit ist national und international anerkannt. Sie ist wichtig, um Menschen zu schützen und antimuslimischen Rassismus aus allen gesellschaftlichen Bereichen zurückzudrängen. Wo Rassismus wächst, gerät Demokratie unter Druck. Die wiederholte Infragestellung und Diskreditierung unserer Arbeit erschwert es, antimuslimischen Rassismus als gesellschaftliches Problem sichtbar zu machen und wirksame Maßnahmen dagegen zu entwickeln. Unser Anspruch ist es, Daten, Methodik und Datengrundlagen transparent offenzulegen und damit eine sachliche Einordnung des Monitorings zu ermöglichen.

Klar ist auch: Unser Monitoring zeigt, dass antimuslimischer Rassismus in allen gesellschaftlichen Bereichen eine alltägliche Erfahrung für Menschen in Deutschland ist. Die systematische Dokumentation und Einordnung von Vorfällen trägt dazu bei, diese Realität sichtbar zu machen und Grundlagen für Schutz und wirksame Maßnahmen zu schaffen.